Twittern im Augsburger Stadtrat verboten

Die Tweets aus dem heutigen Stadtrat rissen ab. Zum einen, weil wir sowieso am Ende der öffentlichen Sitzung waren und zum anderen weil die Mehrheit im Augsburger Stadtrat um 21 Uhr mehrheitlich einen Beschluss gefasst hat, dass das Twittern aus der Stadtratssitzung unterbleiben sollte. Ich war kurzzeitig außerhalb des Sitzungssaals und als ich zurück kam musste ich erfahren, dass gegen die Stimmen der Grünen dieser Beschluss gefasst wurde. Ich dachte erst die machen nen Scherz, aber in Augsburg scherzt man nicht. Dass dieser Blogeintrag direkt über dem zu der Abmahnung eines Bloggers steht, ist übrigens reiner Zufall.

Schon in der letzten Stadtratssitzung waren meine Tweets Gesprächsthema im Stadtrat. Bürgermeister und Kämmerer Weber führte aus, dass er nach einem Gespräch mit den haushaltspolitischen Sprechern der Fraktionen von einem Journalisten angerufen wurde und dieser gefragt hätte, ob die von Stadtrat Moravcik getweeteten Neuigkeiten zum Haushalt der Stadt denn richtig wären. Natürlich waren sie richtig, das bestätigte auch der Kämmerer. Er war wohl von der Geschwindigkeit überrascht mit der die Informationen an die Presse gelangt waren. Inhaltlich waren die Tweets korrekt und die Sitzung in der ich die Informationen erhalten hatte weder nichtöffentlich noch vertraulich. Twitter ist halt einfach schneller als die übliche Pressearbeit über Pressemitteilungen.

In der heutigen Stadtratssitzung kam das Thema wieder auf. Eine Kollegin der CSU-Fraktion hatte die ganze Sitzung ihren Laptop auf dem Tisch und verfolgte wohl auch meine Tweets. Als es zwischenzeitlich im eigentlich öffentlichen Teil, einen kurzen nichtöffentlichen Teil gab (Nichtöffentlich sind z.B. Vertragsmodalitäten bei denen Rechte Dritter berührt werden, die selbstverständlich anrecht darauf haben, dass ihre Daten und Vertragsinhalte geschützt werden) setzte ich einen kurzen Tweet ab. Die eigentlich erwartete kurze Nichtöffentliche Sitzung zog sich bereits über eine Stunde und ich schrieb, dass es noch viele offene Fragen und es wohl gleich noch eine Sitzungsunterbrechung gäbe. Die Kollegin legte dem Stadtdirektor (Jurist) meine Tweets vor und störte sich daran. Zu mir sagte sie kein Wort. Der Jurist fand wohl ebenso wie ich, dass dies kein Inhalt sei, der die “Nichtöffentlichkeit” berühre, er blieb ruhig sitzen. Damit war die Nichtöffentliche Sitzung auch schon gelaufen und es ging mit der öffentlichen Sitzung weiter. Ich twitterte ganz normal weiter und keinen störte es.

Bei einem Tagesordnungspunkt im Kulturbereich gab es heftige Kritik am Kulturreferenten, von allen Seiten wie ich empfand. Ich hörte auch in dem Beitrag von Hr. Bernd Kränzle MdL und Fraktionsvorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion deutliche Kritik heraus und twitterte dies natürlich. Die Kollegin mit Laptop, ihr erinnert euch, blieb natürlich nicht untätig. Hr. Kränzle fühlte sich von mir missverstanden und meldete sich zu Wort um dies kundzutun. Twittern ist natürlich auch immer eine subjektive Sache und so antwortete ich ihm, dass ich in seinem Redebeitrag deutliche Kritik herausgehört habe, ich aber selbstverständlich auch twittern werde, dass er das so nicht gemeint habe. (Hab ich dann auch gemacht: “herr dr. kränzle (csu) weist daraufhin, er hätte in keinsterweise herrn referenten grab kritisiert, wie ich getwittert hatte. #augsburg”). Oberbürgermeister Gribl nahm das zum Anlaß auch auf meine Tweets aus der Nichtöffentlichen Sitzung hinzuweisen. Er sagte zwar auch klipp und klar, dass ich mich in meinen Tweets nicht zu Inhalten geäußert hatte, das war aber Anlaß genug um die Diskussion über Twitter zu eröffnen.

Ok, Asche über mein Haupt, ich hätte auch garnichts zur Nichtöffentlichen Sitzung twittern können, aber wie gesagt es war nichts was die Nichtöffentlichkeit berührt hätte. Daraufhin gab es eine kurze Diskussion zu Twitter und einige Stadträtinnen und Stadträte fühlten sich “unbehaglich” oder “unwohl”, wenn jemand aus der Sitzung twittert. Ich verblieb dann mit dem Oberbürgermeister so, so hatte ich es zumindest verstanden, dass wir über das Thema Twitter mal persönlich sprechen und es im Ältesten Rat besprochen wird. Ok, warum nicht. Dann war wieder lange Ruhe, bis ich wie schon vorhin beschrieben kurz vor Ende der öffentlichen Sitzung kurz draussen war.

Was dann im Sitzungssaal passierte kann ich nicht sagen, Kollegen erzählten mir, besagte Kollegin der CSU hätte wohl eine Antwort von einem Follower verlesen und dies hätte wohl einige erzürnt. Ohne Gewähr denke ich mal, dass es diese Tweets waren:

Ich: “hitzige debatte übers twittern. stadträtInnen fühlen sich gestört. ältestenrat soll sich damit beschäftigen. #augsburg #politik #fail”

martin2peters: “@ChrisGruen Weiter so! Lass dich nicht einschüchtern! Presse- und Meinungsfreiheit können sie nicht einschränken. #Augsburg”

Ich: “noch wurde der vogel nicht erschlagen. #augsburg”

Was daran jetzt so schlimm ist, kann ich nicht nachvollziehen. Auf jeden Fall wurde dann in meiner Abwesenheit von der Mehrheit des Hauses der Beschluss gefasst, dass zukünftig nicht aus Stadtratssitzungen getwittert werden solle.

Soweit mein Bericht zum Twitterknebel im Augsburger Stadtrat. Ich möchte mit diesem Bericht aber auch keine Hexenjagd oder ähnliches eröffnen. Ich denke, die überwiegende Mehrheit weißt nicht wirklich was Twitter ist, oder wozu es gut ist. Ich kenne nur wenige die Twitterbeiträge lesen und noch weniger Kolleginnen und Kollegen die Twitter selbst nutzen. Ich glaube da sind auch viele Vorurteile und Missverständnisse im Spiel. Es bringt keinem was, wenn sich die politischen Lager jetzt zerfleischen und sich gegenseitig Vorwürfe machen. Ich will einen anderen Weg gehen.

Ich verschicke einen Brief an jede Kollegin und jeden Kollegen im Stadtrat. Ich biete an, ihnen Twitter zu zeigen und mit ihnen über ihre Vorbehalte und Bedenken zu reden und gemeinsam einen Konsens zu finden wie zukünftig im Stadtrat mit Twitter umgegangen werden soll.

Wer weiß, vielleicht twittern bald mehr aus dem Stadtrat ;-)

Der Brief an die StadträtInnen:

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege,

in der Stadtratssitzung am 17.12.2009 war das Thema „Twitter“ ein emotional belegter Streitpunkt. Einige Kolleginnen und Kollegen fühlten sich vor allem durch meine „Tweets“ (Kurznachrichten) aus der Stadtratssitzung in ihrer Arbeit beeinträchtigt, oder einfach gesagt Unwohl. Leider hat die Mehrheit des Hauses, als ich kurzzeitig außerhalb des Sitzungssaals war, beschlossen, dass vorerst nicht mehr aus Sitzungen des Stadtrats von Stadtratsmitgliedern „getwittert“ werden soll. Ich finde dies sehr bedauerlich, da hierbei keine sachliche Diskussion und Auseinandersetzung mit dem Thema stattfand.

Ich persönlich habe vergangenen Sommer angefangen über meine Tätigkeit als Stadtrat über den Kurznachrichtendienst „Twitter“ zu berichten. Ich informiere auf welchen Veranstaltungen ich bin und was in den Stadtratsausschüssen passiert und beschlossen wird in denen ich Mitglied bin. Auch über die Debatten und Beschlüsse des Augsburger Stadtrats informiere ich über diese Kurznachrichten. Auslöser hierfür war unter anderem, dass ich gerade in Gesprächen im Wahlkampf, mit jungen Bürgerinnen und Bürgern immer wieder mit einer großen Skepsis vor Politik und Politikverdrossenheit konfrontiert wurde. Aussagen wie „Politiker tun doch sowieso nichts.“, fielen des Öfteren. Für mich persönlich sind solche Aussagen ein Warnsignal für unsere Gesellschaft, die ich sehr ernst nehme. Wir erreichen mit den herkömmlichen, oder klassischen Mitteln der politischen Öffentlichkeits- und Parteiarbeit immer weniger junge Menschen. Veranstaltungen von Parteien und auch von Vereinen werden immer weniger von jungen Menschen besucht. Immer mehr junge Menschen sind an Politik nicht mehr interessiert, oder driften in das rechtsradikale Spektrum, welches gezielt jugendaffine Mitgliederwerbung betreibt und jugendaffine Medien nutzt, ab. Um dieser Abkehr von der Politik entgegen zu wirken, muss sich die Politik auf die jungen Menschen einlassen und sie dort abholen wo sie sich aufhalten. Dazu gehört auch jugendaffine Medien zu nutzen, auf diesem Wege über Politik transparent zu informieren und die jungen Menschen für Politik zu interessieren und mit ihnen in Interaktion zu treten. Eine dieser Möglichkeiten ist der online Kurznachrichtendienst „Twitter“. Übrigens „twittert“ auch der Kollege Dr. Volker Ullrich aus der CSU-Fraktion aus Stadtratssitzungen. Die Pluralität der politischen Meinungen bildet sich also auch in diesem Kurznachrichtendienst ab.

Ich nehme die Vorbehalte der Kolleginnen und Kollegen ernst. Ich vermute aber auch, dass die wenigsten Mitglieder des Stadtrates über diesen Kurznachrichtendienst ausführlich informiert sind und noch weniger Stadträtinnen und Stadträte diesen selbst nutzen. Ich möchte Ihnen und allen Kolleginnen und Kollegen deshalb anbieten, dass ich Sie in einem persönlichen Gespräch über „Twitter“ informiere, ich Ihnen diesen Nachrichtendienst zeige und näher bringe und wir im persönlichen Gespräch über Ihre Vorbehalte und Bedenken sprechen und zusammen einen Konsens im Umgang mit „Twitter“ in Sitzungen des Stadtrats finden. Dies könnte zum Beispiel durch die Erarbeitung eines „Twitterknigge“ geschehen. Die Nutzung dieses jugendaffinen Mediums liegt mir aus den geschilderten Gründen am Herzen und ich fände es sehr bedauerlich, wenn dies zu einem Streit zwischen den Parteien würde.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen und wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest.

Christian Moravcik

Stadtrat

51 Antworten auf diesen Artikel.

  1. Das ist ja mal wieder ein typischer Fall stadträtischer Selbstüberschätzung mit einer kräftigen Prise Augsburger CSU… Arggg…
    Ich frage mich, ob bei der Abwägung “Rücksicht auf Kolleg/-innen” nehmen und “Transparenz” nicht das Letztere obsiegen sollte. Beschließen kann so ein Stadtrat ja viel, aber ein Twitterverbot geht halt gar nicht. Die können ja auch nicht den Toilettengang, das Trinken oder das aus dem Fenster schauen verbieten…

    Antwort

  2. Es ist schlicht und ergreifend die Angst vor Neuem. Erst mal kennt man Twitter nicht und dann ist da noch die Angst vor der Option, dass eine Aussage oder bestimmtes Verhalten nach draussen dringen könnte.

    Die Transparenz kann man nur fordern, wenn man aussen vor ist. Ist man drin, ist man eine Clique ;-)

    Sascha Lobo hat in seiner Gegenrede auf Schirrmacher einen richtigen Ansatz vorgeschlagen: Man muss aufeinander zugehen und denjenigen, die eben noch 1.0 sind, die Vorzüge von 2.0 beibringen. http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,665806,00.html
    Manche werden es verstehen, andere nicht. Das gilt aber für beide Seiten ;-)
    Mach weiter und lass nicht locker!

    Antwort

    • Veröffentlicht von kieler jung am 20. Dezember 2009 um 4:00 nachmittags

      man kann gerne eine live-übertragung jeder gremiensitzung veranstalten.
      twittern, mit dem telefon herumspielen etc. gehört sich jedoch ganz einfach nicht, da es respektlos gegenüber den mitdiskutanten ist. kinderstube – schon mal etwas davon gehört?
      und es ist hochgradig unprofessionell, da die twitterer sich in der sitzung ablenken lassen.
      bei argumenten wie “angst vor neuem” etc. kann ich nur gähnen…. man muß ja nicht jedem neuen scheiss gleich hinterherlaufen, oder? wenn ich einige der “politiker” auf twitter so lese, frage ich mich, ob die überhaupt noch zeit für andere sachen haben -bei all dem flauen bla bla…

      Antwort

  3. [...] geheuer ist, vielleicht ist es auch einfach nur mangelndes Wissen. Wie auch immer, in seinem Blog schreibt Christian über die Hintergründe und ich kann daran einfach nichts Ehrenrühriges oder gar Demokratiegefährdendes erkennen, ganz im [...]

    Antwort

  4. [...] wurde gestern beschlossen, dass es zukünfitg verboten ist, aus Stadtratsitzungen zu twittern. Die Stellungnahme von  Christian Moravcik dazu, gibt es in seinem Blog zu [...]

    Antwort

  5. Dass als Argument gegen Twitter vegetative Störungen angeführt wurden, überrascht mich. Die müssten sich dann auch einstellen, wenn anwesende Medienvertreter oder Zuhörer twittern, was nicht zu verhindern wäre. Eher könnte ich verstehen, wenn Stadträte das Twittern als Respektlosigkeit gegenüber den Kollegen empfinden würden. Dann müsste man aber auch Telefone, Netbooks und Zeitungen aus dem Sitzungssaal verbannen.

    Antwort

  6. [...] dessen Mehrheit ist der Meinung, dass es keine Tweets mehr aus Kommunalparlament geben sollte. Mehr dazu beim unfreiwilligen Auslöser der Entscheidung, dem Stadtrat Christian Moravcik, der die Bürger [...]

    Antwort

  7. Veröffentlicht von Stephan am 18. Dezember 2009 um 11:05 vormittags

    Wie langweilig muß eine solche Sitzung sein, wenn ein vom Volk gewählter Stadtrat die Zeit findet, auf seinem Mobile-Device seine Feeds zu updaten, vermutlich einen passenden Fackbook-Eintrag zu generieren und vielleicht noch die eine oder andere SMS zu dem Thema zu schicken? Sich dann darüber aufzuregen, daß ein Beschluß in Abwesenheit gefaßt wurde, zeigt doch nur, wieviel Wert die übrigen Mitglieder auf die Anwesenheit des Auslösers gelegt haben.

    Meine Empfehlung: Locker bleiben – und die kurze Aufmerksamkeit im regionalen TV-Sender genießen ;-)

    Antwort

  8. Veröffentlicht von Wendy am 18. Dezember 2009 um 11:17 vormittags

    Was hat denn der Grünen-Stadtrat KONSTRUKTIVES zur Sitzung beigetragen außer die Beiträge der Kollegen gewertet zu twittern?
    Ich lese nur Wertungen der Beiträge der anderen…..

    Antwort

  9. Veröffentlicht von Karl am 18. Dezember 2009 um 11:23 vormittags

    Tja, da muss man dann wohl künftig als Zuschauer twittern, oder?

    Antwort

  10. Twittern ist in einigen Parlament nicht erlaubt. Ebenso wie SMS und Handys an der Grenze des Erlaubten liegen.
    Gleichzeitig gibt es bei einigen einen Live-Stream oder einen Sender der die Debatten direkt uebertraegt. Von Draussen kann man also twittern. Warum aber ist Twittern voon drinnen nicht erlaubt? Ebenso wie es oftmals der Sitzungsleitung unterliegt zu erlauben, wer berichten darf, darf diese auch Leuten verbieten zu berichten.
    Das ist in meinen Augen ein generelles Problem. Warum sollte das Recht auf das eigene Bild in offizieller Taetigkeit von Parlamentariern so hoch bewertet werden, dass man nicht direkt erfaehrt wie der eigene Abgeordnete abgestimmt hat? Die Moeglichkeit selbst im Plenum zu sitzten, ist oftmals mit viel Aufwand verbunden. Dazu gehoert eine Personenkontrolle, Beschraenkung der Mitnahme von Handus, Computern, Blaettern und auch Stiften.

    Antwort

  11. Augsburg: Twitter-Verbot für Stadträte…

    Antwort

  12. Veröffentlicht von marc am 18. Dezember 2009 um 4:12 nachmittags

    Ehrlich gesagt, ich finde es nicht gut, wenn jemand ausserhalb von Pausen twittert, sms verschickt, telefoniert, oder sonst irgendwas macht. Der Auftrag ist doch, der Sitzung aufmerksam beizuwohnen, auch wenn das gesagte vielleicht gerade langweilig ist. Ich kann mir in meinem Job auch nur begrenzt aussuchen, was ich wann mache. Warum sollten für die Herren und Damen Bürgervertreter da andere Regeln gelten?

    Antwort

    • Veröffentlicht von lolucard am 21. Dezember 2009 um 8:55 vormittags

      WTF.
      Das ist kein Schulsaal mit Kindern.
      Schonmal zugesehen, wie sich die SPD/CDU verhalten hat, wenn Tauss geredet hat? Als wäre er nicht da.

      Antwort

  13. Ehrlich gesagt bin ich erschüttert dass die Lokalredaktion eine Stadtratssitzung nicht live verfolgt sondern sich von Einschätzungen via Twitter lenken lässt.
    Dass die AA das Thema “Twitter” wenigstens aufgreift, lässt aber irgendwie hoffen.

    Antwort

  14. Ich finde es einfach unhöflich, eine Kommunikationskanal aufzubauen, während Du in einer Sitzung bist. Das ist, als würdest Du die ganze Zeit mit irgendwem flüstern und kichern. Ich meine: fair wäre es, wenn die auch alle twittern würde und jeder von jedem verfolgt, was er gerade macht. Ich weiß nicht, wie konzentiert Du dann noch arbeiten könntest. Warum twitterst Du nicht einfach nur kurz vor und nach einer Sitzung und schreibst dann einen schönen Blogeintrag zu den Ergebnissen? Soweit ich Dich verstanden habe, geht es Dir ja darum, deine Arbeit im Stadtrat transparent zu machen und nicht darum “der erste zu sein”, der etwas veröffentlicht.

    Antwort

  15. Hallo Christiane,

    mein Artikel passt nicht ganz auf dein Thema, aber irgendwie nerven mich diese Politiker die sich voll 2.0 fühlen.
    http://nixzen.wordpress.com/2009/12/17/i-phone-app-afghanistan-fur-getotete-soldaten-der-bundeswehr/

    Antwort

  16. Veröffentlicht von RS am 18. Dezember 2009 um 10:00 nachmittags

    Schon mal was von Absätzen gehört? ;-)

    Antwort

  17. Was macht ihr da eigentlich im Stadtrat, wenn alle twittern, bloggen und surfen würden.
    Schöne Volks “Vertreter”.
    Warum trefft ihr euch noch im Rat, twittert doch die Sitzungen.
    Oder macht bei xing ne Ratsgruppe auf.

    Antwort

    • Ob die Stadträte in Akten oder im Handy lesen – das hat mit der Qualität der Arbeit grundsätzlich nix zu tun. Was mich mehr wundert, dass sowohl die CSU als auch die Grünen twittern und die Aktiven im entscheidenden Moment nicht in der Sitzung waren. … Merke: Twittern ist keine Garantie an Entscheidungen die einen selbst betreffen auch zu partizipieren (der Stadtratsposten aber auch nicht) ;-)

      Antwort

  18. Kann mir nicht vorstellen, dass es rechtlich in Ordnung ist das twittern zu verbieten. Ohne profunde Kenntnis der Rechte, in diesem Fall müsste schon mal die Meinungsfreiheit herhalten. Jeder Besucher kann ja auch twittern oder senden. Denke ohnehin an Live-Streams aus Ratssitzungen. Wir werden sehen, oder lesen.

    Antwort

  19. Frage wäre, warum twittere ich aus einer Ratssitzung und was?
    Denke schon das eine Diskussion, Mails, SMS einen von der Diskussion im Rat ablenken können.
    Aber warum müssen Infos sofort gepostet werden, wem nützt es außer dem Ego, der Erste gewesen zu sein.
    Irgendwie lächerlich, passt aber in die Zeit.
    Fast food informations: Machen nicht satt, bei zuviel wird einem schlecht und am Ende machen sie fett und träge.

    Antwort

  20. Veröffentlicht von Hans Wurst am 19. Dezember 2009 um 12:47 vormittags

    Ich werde sofort twittern müssen, dass ich hier einen Beitrag gepostet habe. Leider kann ich Computer und Telefon nicht gleichzeitig bedienen, so ein Mist. Naja, ich werde dann wohl im nächsten “Tweed” mitteilen, wie ich gedenke, das Problem zu lösen. Irgendwie muss das doch funktionieren. Werde demnächst bei der Arbeit mal darüber nachdenken, wie ich das am besten organisiert bekomme…

    Antwort

    • @Hans Wurst das Problem wird sein, ob sich jemand für Deine Lösung interessiert. Aber dass Du diesen Beitrag für “kommentar-würdig” gehalten hast, ist wenigstens für Deine Follower interessant ;-)

      Antwort

  21. Veröffentlicht von Tim am 19. Dezember 2009 um 7:37 vormittags

    Da werden Aufgaben vernischt. Was ist Christian Moravcik denn? Meinungs- und Entshreidungsträger als Stadtrat? Oder Journalist, der die Öffentlichkeit informiert? Das hat nichts mit twitter direkt zu tun, sondern mit den IInhalten? Tweets wie “150.000 euro werden beschlossen für die weitere planung interimsspielstätte für das schauspielhaus” sind keine persönlichen Meinungen, sondern journaistische Information. Wenn die Öffentlichkeit zu den Sitzungen nicht lkommt und auch die Presse sich gerne fernhält und zu wenig von den Beschüssen berichtet, ist das ein Problem. Aber die Lösung kann nicht sein, dass die Legislative diesen Job auch noch übernimmt.

    Dann blieben noch die persönlichen tweets aus dem “Parlament”. Die sind in der Regel der Würde des Organs und ihrer Mitglieder unangemessen, wie das aktuelle Beispiel aus Niedersachsen zeigt.

    Fazit: Es gibt kaum einen Grund, dass Politiker während Sitzungen twittern.

    Antwort

  22. Veröffentlicht von 12 am 19. Dezember 2009 um 8:01 vormittags

    Klarer fall von Neophobie. Versuchs doch das nächste mal mit facebook.

    Antwort

  23. Veröffentlicht von Udo am 19. Dezember 2009 um 9:01 vormittags

    Hinsichtlich der gebotenen und in Frage gestellten Aufmerksamkeit des Autors gebe ich doch mal zu bedenken, das acht bis 12 Stunden andauernde Stadtrat-Sitzung vorkommen. In der Zeit werden auch Themenfelder tangiert, mit denen sich nicht jeder der Stadträte in aller epischen Breite auseinandersetzt, sondern sich auf das Urteil fachkundiger Kollegen verlassen muss. Darum gibt es auch nicht nur einen gewählten Abgeordneten, sondern eine Vielstimmigkeit, auch wenn die CSU in Bayern über lange Zeit etwas anderes gewohnt war. Wenn ich dann allerdings lese, wie viel Aufmerksamkeit eine Abgeordnete der CSU in den Konsum sozialer Medien investiert, der im Gegensatz zur Produktion keine Auseinandersetzung des Inhaltes voraussetzt, manchmal noch nicht einmal zur Folge hat, glaube ich das diese Partei in Bayern noch keine Lehren aus der eigenen, jüngeren Geschichte gezogen hat und nochmal in Klausur gehen sollte. Überdies: Man merkt manchem Redebeitrag auch die Zielgruppe, nämlich anwesende Medienpartner an, und geschliffenes Wort ist meist sehr ausufernd, selbst-referentiell und über alle Maßen Füllworte überladen. Und aus diesem Grund

    Antwort

  24. [...] kleine Einblicke wollte, was gerade im Stadtrat so los war, brauchte man nur dem Stadtratsmitglied Christian Moravcik zu folgen, der als @ChrisGruen u.a. direkt aus Stadtratssitzungen heraus seine höchstens 140 [...]

    Antwort

  25. Veröffentlicht von Pätter am 19. Dezember 2009 um 10:02 vormittags

    Ich an Deiner Stelle würde offen kundtun, dass ich mich an das Twitter-Verbot nicht halten werde. Begründen würde ich dies mit meinem Recht auf freie Meinungsäusserung. Niemand hat das Recht dir zu verbieten, dass du Twitter benutzt. Dann müsste man *alle* Kommunikationswege verbieten, wie zum Beispiel SMS, Mobilfunk, Email etc pp.

    Getreu dem Motto “Ihr wollt Krieg, Ihr bekommt Krieg!” würde ich das Thema angehen.
    Man muss auch mal auf den Tisch hauen und sagen “Bis hier hin und nicht weiter!”.

    Antwort

  26. Twitter to the masses.

    Antwort

  27. Ich habe bei allen *inhaltlichen* Argumenten gegen das Twittern, die ich im Übrigen nicht teile, nicht verstanden, auf welcher *rechtlichen* Basis der Stadtrat das Twittern untersagen kann. Einziger Grund könnte meiner Auffassung nach sein, dass das Twittern als Handlung (nicht in den Inhalten) den Ablauf der Sitzung stört. Die Begründung dafür würde ich gern sehen wollen.

    Warum können imho nur die Aktivität des Twitterns und nicht die Inhalte selbst Ursache des Verbots sein? Nun, keiner der anderen Mitglieder des Stadtrats ist ja genötigt, dem Twitterer zu folgen. Man muss also selbst aktiv werden, um von den Inhalten gestört werden zu können. Diese Störung kann man aber ebenso selbst wieder abstellen.

    Falls die Handlung des Twitterns an sich als störend für den Verlauf der Sitzung erklärt wird, ergibt sich die nächste Frage: Ist SMS ebenfalls verboten? Falls nein: Wie sieht es dann mit Twitter über SMS aus? Und warum wird SMS anders als Twitter behandelt?

    Das Ganze erscheint mir überhaupt nicht konsequent. Deshalb würde ich mich – sofern die Kolleginnen und Kollegen dem Angebot der Aufklärung nicht folgen und die Regelung außer Kraft setzen – dem Verbot schlicht widersetzen. Denn es greift meiner Meinung nach unverhältnismäßig in das Recht zur freien Meinungsäußerung ein, welches gerade für einen gewählten Politiker von besonderer Bedeutung ist.

    Antwort

  28. Gut das wir nicht mehr in den 80 ger Jahren sind, schöne Vorstellung, wenn da so paar Stadträte Infos mit ihren CB Funkgeräten von der Toilette rausfunken würden. Könnten sich dann immer schöne QSL Katen vom Wähler senden lassen.
    Nix gegen twittern, zwar keine Ahnung wer die Zeilen wirklich braucht, aber ich denke das Verbot sollte zurückneommen werden und die Twitter Politiker zur Vernunft kommen.
    Nach der Ratssitzung können sie ja alles posten.
    Vorher mit einem Pulse smartpen aufschreiben und aufnehmen, so geht auch keine, noch so wichtige Info verloren.

    Antwort

  29. [...] Twittern im Augsburger Stadtrat verboten « Christian Moravcik. (via [...]

    Antwort

  30. Die spinnen, die Augsburger, kann man da nur mal wieder sagen. Wurde vielleicht versehentlich das Wort “Augsburg” genannt in den Tweets und sie fühlen sich in ihren Markenrechten beeinträchtigt?

    Antwort

  31. Update: Text formatiert, Brief um “Twitterknigge” ergänzt.

    Vielen Dank für die vielen zustimmenden, unterstützenden, aber auch kritischen Beiträge in diesem Blog, über Twitter und Email.

    Antwort

  32. Lieber Christian,

    ein Sprichwort sagt: “Wer durch seine eigene Schuld fällt, klagt umsonst.”

    Es gibt immer Persönlichkeiten, die mit Kritik nicht umgehen können. Oder mit der Tatsache, dass man Kritik live an 180 Follower sowie die restl. Öffentlichkeit absendet! Nur die Tatsache, dass so etwas erst zur Diskussion kommt, wenn man als Betroffener bei Einbringung zu einem Verbot nicht anwesend ist um sich zu verteitigen und zu rechtfertigen, das finde ich eine absolute Frechheit und eine völlig arglistige Aktion der Kollegen in diesem Gremium.

    Das Leben1.0 kann so einfach sein, wenn man etwas unliebsames verbietet und sich nicht mit anderen Formen beschäftigen muss. Eine Tatsache, die man sich nicht gefallen lassen darf!!

    Den Brief an deine Kollegen halte ich für den richtigen Weg, um den Vorurteilen den Wind aus den Flügeln zu nehmen.

    Alles Gute bei der weiteren kommunalen Arbeit in Augsburg und dass die RätInnen zur Vernunft kommen und diese Entscheidung korrigieren!

    Herzliche Grüße, Lavinia

    Antwort

  33. Gibt ja auch live blogging ;) so um mal ne alternative zu nenne. ich find das ne frechheit. wirklich. die haben doch nur schiss nicht mehr gewählt zu werden, weil irgendwer dann lesen kann was sie für müll verzapfen.

    Antwort

  34. [...] der überaus peinlichen Abmahnung gegen einen Blogger aus der eigenen Stadt wird nun auch noch Twitter im Stadtrat verboten. Stark. Ich würde gerne mal wissen, wieviele Stadträte sagen können, was Twitter [...]

    Antwort

  35. Lieber Christian,

    du schreibst in deinem Text, Twitter sei ein jugendaffines Medium, diese Aussage würde ich so nicht unterstreichen, siehe link:
    http://www.thestrategyweb.com/studie-twitter-bei-deutschen-jugendlichen-unpopulaer
    Ich sellbst habe eine 161/2 jährige Tochter, twitter= negativ.
    Wie schon bei dem “second life” hype, ist twitter ein überschätztes Medium .Warte mal noch nen Jährchen und dann lass uns noch einmal über Twitter twittern.
    Mir ist manchmal die Schnelligkeit der Informationswelt selbst unheimlich, ich frage mich immer, wer benötigt sie.
    Ich kann deine Ratskollegen/Innen gut verstehen, eine Art Knigge ist der richtige Ansatz.
    Sell dir vor du hälst eine Rede und keine schaut/ hört richtig hin, alle posten irgendwelche Statements in die Welt.
    Ich finde es schon nervig, wenn man mit einer nahestehenden Person zum Essen verabredet ist und diese Person ständig auf das Handy schaut, ob Nachrichten eingegangen sind.
    Schlimmer wird noch, wenn sie selber welche postet.
    @ Nadine: Woher weißt du das der Augsburger Rat, einschließlich Christian “Müll” verzapft.
    Oder verzapfen nur die Müll, welche nicht twittern?

    Hier genau liegt das Problem der schnellen, kurzen Informationen ( Sensationsmeldung ), es sind eine Menge Infos die einfach unrecherchiert in die Welt gehen, gelesen und geglaubt werden.

    Meine persönliche Bitte an die Twittergemeinde: Im Notfall erst den Rettungsdienst benarichtigen, helfen und dann twittern.

    Antwort

  36. Schöner Beitrag und tolle Kommentare – Christian halte durch!

    Antwort

  37. Veröffentlicht von O. am 25. Dezember 2009 um 10:28 nachmittags

    Lieber Herr Moravcik,

    ich kann ja verstehen, dass sie das Thema gerne herunterkochen würden, aber es ist absolut der falsche Weg. Wer braucht schon einen Stadtrat, der sich seiner eigenen Bürgerrechte nicht bewusst ist und die Informationsfreiheit der Bürgerinnen und Bürger nicht so ernst nimmt? Setzen Sie sich durch und zwar auf rechtlichem Wege! Die Transparenz eines Gremiums wie des Stadtrates muss nicht eingeschränkt, sondern ausgeweitet werden.

    Schöne Grüße
    O.

    Antwort

  38. 
Hallo Chris,
    das ist den Erlangern noch nicht zu Ohren gekommen, Gott sei Dank. Meine Tweets werden auch immer mit Missfallen erwähnt, aber die Chuzpe, das verbieten zu wollen, hatte noch keiner. Auf welcher Rechtsgrundlage denn? Sehr zweifelhaft.
Ich brauche die Tweets auch als Gedächtnisstütze für mein Blog (http://www.erlanger-linke-stadtrat.de/)
    Aber grundsätzlich haben viele (gerade ältere) StadträtInnen auch ein Problem, mit ihrem Abstimmungsverhalten in der Öffentlichkeit wörtlich „bloßgestellt“ zu werden. Hatten wir vor gut einem Jahr in einer Grundsatzdiskussion, die zu einem guten lokalen Artikel führte: http://www.erlanger-linke-stadtrat.de/page6/files/abstimmungsverhalten.pdf
    Selbst der Verweis auf: http://www.abgeordnetenwatch.de/ nützte nix.
    Naja. La Lucha sigue. – Der Kampf geht weiter…. .*g*
    Gruss, guten Rutsch,
Frank
    P.S. ein grüner Kollege twittert nun auch: http://twitter.com/GrueneListe

    Antwort

  39. Veröffentlicht von neutraler Beobachter am 14. Januar 2010 um 3:15 vormittags

    Das Argument, Jugendliche damit zu erreichen, kann so nicht stehen bleiben.
    Das Durchschnittsalter der Twitter-User liegt bei 31

    Wer mehr dazu wissen will
    http://webevangelisten.de/twitterumfrage/

    Hier ein paar Zitate aus der Studie

    In Twitter-D-A-CH sind zwei von drei Usern männlich (64 %), 29 % sind nach eigenen Angaben als Führungskraft tätig und 37 % sind – zumindest im Nebenjob – selbstständig tätig. Für eine Marke oder ein Unternehmen twittern 13 % der Befragten. 66,5 % haben einen akademischen Abschluss oder studieren im Moment noch. Das Durchschnittsalter liegt bei 31 Jahren.

    Jeder zweite deutschsprachige Twitterati arbeitet im Bereich Internet & Softwareentwicklung (20,2 %) , Medien (13,4 %), Marketing (11,9 %) oder PR (4,6 %). Übrigens: Kein einziger hat als Branche “Landwirtschaft” angegeben. :-)
    Natürlich ist “Twitter” als Kommunikationskanal für Kommunikatoren wie Marketing und PR besonders interessant. Auffällig ist, dass Handel und Vertrieb mit nur 3,9 % schwach vertreten ist, Schule und Universität mit 9,2 % relativ stark.

    Antwort

  40. Veröffentlicht von Jugendlicher am 24. Februar 2010 um 4:52 nachmittags

    Ihr verwechselt Mitglieder mit Lesern.
    Ich selbst (20) habe keinen twitter account, lese aber trotzdem tweets.

    Antwort

  41. [...] berichtete. Dies störte andere Abgeordnete so die Augsburger Zeitung. Moravcik verteidigt sein Vorgehen auf seinem Blog – zu Recht, denn: wo kämen wir hin, wenn den Stadträten nach den Sitzungen das Telefonieren [...]

    Antwort

  42. [...] und den Sorgen der Bundespressekonferenz, übergangen zu werden, wurde vor allem der Fall des Ausgburger Stadtrats Christian Moravcik (Grüne) bundesweit [...]

    Antwort

  43. [...] Wie alles Begann… das Twitterverbot [...]

    Antwort

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